Seit 2005 betreibt die Lanor Energy Systems Deutschland GmbH am Standort „Im Winkelfeld“ in Oer-Erkenschwick ein Bioenergiekraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 8,6 MW. Bei der Anlage handelt es sich um ein Kraftwerk in dem nawarofähiger Kraftstoff zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Über 5.000 Haushalte können so durch die Anlage in Oer-Erkenschwick versorgt werden.
Den Kraftstoff stellt Lanor selbst in einer Veredelungsanlage her. Das dort angewandte Verfahren zur chemischen Entsäuerung von Pflanzenölen ist nach Angaben der Betreiber weltweit einzigartig. Eingesetzt wird ein Rohstoff, der im Anfangsstadium bei der Verarbeitung von Palmöl entsteht. Das Verfahren erhöht den Wirkungsgrad des eingesetzten Stoffes auf 40 Prozent.
Als weltweit einziger Patentinhaber plant Lanor den Bau von weiteren Kraftwerken dieser Bauart in Deutschland und Europa, inklusive der dazugehörigen Aufbereitungsanlagen.

Die im Bioenergiekraftwerk entstehende Prozesswärme verteilt sich auf insgesamt drei Wärmekreisläufe: Einem aus der Ölkühlung resultierenden 60-Grad-Celsius-Kreislauf, einem aus den Abgaswärmetauschern gespeisten Thermalölkreislauf mit einer Betriebstemperatur von 230 Grad Celsius und den aus der Zylinderkühlung resultierenden 90-Grad-Kreislauf.
Das Kraftwerk selbst besteht aus insgesamt drei Einheiten, die zusammen eine elektrische Leistung von 8,6 MW erreichen. Bei den Motoren handelt es sich um Neun-Zylinder-Vier-Takter von Blohm & Voss. Sie wurden ursprünglich für den Schiffsantrieb konzipiert und für den Betrieb mit Bio-Kraftstoff entsprechend umgerüstet. Die drei Motoren sind jeweils rund 5.000 PS stark.
Jeder Motor ist mit einem Drehstrom-Synchron-Generator gekoppelt. Die erzeugte elektrische Energie wird über eine 10 kV-Schalanlage in das Stromnetz eingespeist. Zur Realisierung des Bioenergiekraftwerks wurden beinahe ausschließlich gebrauchte Anlagenkomponenten aus einem stillgelegtem Blockheizkraftwerk in Lünen verwendet.
Künftig kann das Bioenergiekraftwerk von Lanor auch für die Produktion von Fernwärme in Oer-Erkenschwick eingesetzt werden. Entsprechende Gespräche werden im Jahr 2007 geführt.