Die
Kläranlage Bottrop im Stadtteil Welheim wurde von der EMSCHERGENOSSENSCHAFT
am Standort der früheren Emscher-Fluss-Kläranlage im Zeitraum
von 1991 bis 1997 errichtet (Investitionsvolumen 230 Millionen Euro).
Am Standort Bottrop befindet sich neben der Kläranlage auch die Zentrale
Schlammbehandlungsanlage der EMSCHERGENOSSENSCHAFT (ZSB). Sie dient der
Aufbereitung und Verwertung der Klärschlämme, die in den Kläranlagen
Duisburg-Alte Emscher, Emschermündung und Bottrop entstehen. Dort
erfolgt die Reinigung des Abwassers von 1,34 Millionen Einwohnerwerten.
Das entspricht den Abwässern von rund 600.000 Einwohnern und einer ebenso großen Menge Abwasser aus der Industrie. Die Schlämme der Duisburger Anlage sowie der des Klärwerks Emschermündung
werden als bereits ausgefaulte Schlämme zur weiteren Verarbeitung
über eine ca. 20 km lange Rohrleitung zur ZSB gefördert. Die
bei dem Reinigungsprozess anfallenden Schlämme der Kläranlage
Bottrop werden in den vier eiförmigen Faulbehältern bei einer
Temperatur von ca. 38° C ausgefault. Beim Faulprozess entsteht im
wesentlichen Methangas, das in einem Gasbehälter mit einem Volumen
von 2.500 m³ zwischengespeichert wird. In einem Blockheizkraftwerk
mit drei Gasmotoren wird dieses Klärgas zur Erzeugung von Wärme
und elektrischer Energie eingesetzt. Die drei Gasmotoren haben eine elektrische
Leistung von 3.500 kW.
Nach einem Faulprozess von 20 Tagen wird der ausgefaulte Schlamm in Kammerfilterpressen so weit entwässert, dass sich der Feststoffanteil von 5 % auf 40 – 45 % erhöht. Der größte Teil der Schlämme wird mit Kohle angereichert und zu Brennstoff verarbeitet, der in zwei Wirbelschichtöfen mit einer Feuerungswärmeleistung von je 7,67 MW verbrannt wird. Kleinere Mengen des ausgefaulten Schlammes werden zur Düngung in der Landwirtschaft genutzt. Die bei der Verbrennung erzeugte Energie wird zur Dampferzeugung genutzt. Eine Dampfturbine mit einer elektrischen Nennleistung von 2,2 MW erzeugt elektrische Energie.
Die
im Blockheizkraftwerk und in der Dampfturbine erzeugte elektrische Energie
wird zu einem Teil im eigenen Betrieb genutzt, der darüber hinausgehende
Teil wird ins Netz eingespeist. Die erzeugte Wärme aus dem Blockheizkraftwerk
sowie aus der Verbrennung des Klärschlammes und aus der Abwärme
der Dampfturbine wird in ein Wärmeverbundsystem eingeschleust. Ein
geringer Teil der Wärme wird zur Erhaltung des Faulprozesses genutzt.
Um die früher am Standort vorherrschenden Gerüche weitgehend
zu beseitigen, ist eine wirksame Abluftreinigung installiert. In einer
Pressenhalle, in der sechs große Membranfilterpressen den mit Kohle
versetzten Klärschlamm bei einem Druck von 14 bar entwässern,
wird sogenannter „Emscherbrennstoff“ hergestellt, der an den
externen Wärmemarkt abgegeben wird.
Durch prozessbedingte Umstrukturierungen soll in Zukunft aus den Abwässern sowie aus dem Klärschlamm Wasserstoff gewonnen werden, der in der nahe gelegenen Hauptschule Welheim zu Heizzwecken genutzt werden soll. Die Bauarbeiten starteten im Mai 2007