HyChain Minitrans, Emscher-Lippe-Region Die Sicherung einer aus ökonomischer und ökologischer Sicht nachhaltigen Entwicklung des Transportwesens ist eine Aufgabe, die weltweit große Herausforderungen stellt. Insbesondere gilt es, den Belastungen der Umwelt durch den Verkehr mit wirksamen Maßnahmen zu begegnen.
Dem Aufruf der Europäischen Kommission zur Einreichung von Projektvorschlägen auf dem Gebiet der alternativen Motorkraftstoffe (European Commission, 6th framework program, 3rd call short and medium term SP 1 priority 6-1; alternative motor fuels, demonstration project) folgend, haben im Dezember 2004 25 Partner der vier Regionen
- Grenoble, Frankreich
- Soria / León, Spanien
- Modena, Italien
- Emscher-Lippe-Region
das Projekt HyChain–Minitrans beantragt.
Projektziele
Ziel des Projektes HyChain-Minitrans ist die Einführung von Wasserstoff als alternativer Kraftstoff auf der Basis innovativer Brennstoffzellenfahrzeuge im kleinen Leistungsbereich bis 10 kW. Im Projekt werden fünf verschiedene Fahrzeugkonzepte entwickelt, die in den vier Regionen über einen dreijährigen Zeitraum ab Januar 2008 eingesetzt und getestet werden.
| Cargobike | Rollstuhl | Roller | Kleintransporter | Midibus |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Masterflex | Besel | Rucker | VEM | Hydrogenics |
| Deutschland | Spanien/Frankreich | Spanien | Italien/Frankreich | Deutschland |
Mit dem Überschreiten der so genannten kritischen Masse soll der Aufbau einer Serienfertigung initiiert und damit sinkende Kosten erreicht werden. Mittels eines nachhaltigen Business-Modells sollen der Fahrzeugbetrieb und die Weiterentwicklung der Technologien über das Projektende hinaus etabliert werden.
Wichtiger Bestandteil des Projektes ist der Aufbau einer an den Bedarf angepassten Wasserstofflogistik und Infrastruktur, die die Wasserstoffversorgungskette von der Herstellung über Abfüllung, Speicherung, Verteilung bis hin zur Anwendung sicherstellt. Es werden Schulungs-, Betreuungs- und Trainingszentren eingerichtet, so dass die Anwender mit der Technik vertraut gemacht werden und mit Service-, Wartungs- und Reparatureinrichtungen den Betrieb der Fahrzeuge sicherstellen.
Im Rahmen des Projektes werden sozioökonomische Aspekte, umweltrelevante Auswirkungen und die Wirtschaftlichkeit der Technologie untersucht werden. Ziel ist es, die Technik nachhaltig zu etablieren und die Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erhöhen.
Beteiligte Unternehmen in der Emscher-Lippe-Region / NRW
• AIR LIQUIDE Deutschland GmbH, Düsseldorf/Marl
In der Stadt Marl entsteht die weltweit erste Wasserstoff-Abfüllstation mit 700-bar-Technik für kleine Hochdruckspeicher. Mit der Abfüllstation können kleine Wechsel-Kartuschen mit Wasserstoff mit einem Druck von 700 bar weitgehend automatisiert befüllt werden. Im Rahmen des Projektes nimmt die Abfüllanlage eine zentrale Stellung ein; von hier aus werden alle vier beteiligten Regionen mit den für die Anwendungen notwendigen Hochdruckkartuschen versorgt. Der Aufbau und Betrieb eines Labors, die Schulung im Umgang mit Wasserstoff sowie eine Logistikzentrale zur Bereitstellung des Kraftstoffes in der Emscher-Lippe Region ist angeschlossen.
•Masterflex Brennstoffzellentechnik GmbH, Herten
Die Masterflex Brennstoffzellentechnik GmbH entwickelt ein innovatives Fahrrad (Cargobike) zum Transport kleinerer Lasten bis zu 250 kg. Das mit Masterflex-Brennstoffzellen und einem innovativen Antriebskonzept ausgestattete Lastenfahrzeug ist universell einsetzbar. Die Brennstoffzelle liefert neben der Antriebsenergie zusätzlichen Strom zum Beispiel für die Beleuchtung des Fahrzeugs oder die Kühlung der transportierten Ware. Die Entwicklung, Herstellung und Bereitstellung des Cargobikes wird in der Stadt Herten vorgenommen.
• Hydrogenics GmbH, Gladbeck
Die Hydrogenics GmbH entwickelt ein Antriebssystem auf Brennstoffzellenbasis für einen kommerziell erhältlichen Elektrobus für etwa 20 Personen. Midibusse mit Brennstoffzellenantrieb können im Dauerbetrieb über eine Zeit von 9 Stunden eingesetzt werden; beispielsweise im öffentlichen Personennahverkehr in Stadtzentren, im Personen-Shuttle-Verkehr in Tier- oder Freizeitparks, im Werksverkehr oder bei der WM 2006. Die Entwicklung, Umbau/Herstellung und Bereitstellung des Midibusses wird in Gladbeck realisiert.
• WiN Emscher-Lippe GmbH, Herten
Die WiN Emscher-Lippe GmbH übernimmt die Projektsteuerung in der Emscher-Lippe-Region. Hierzu gehören der Aufbau des Hy-Service-Centers in Herten, die Koordination der dreijährigen Testphase der Fahrzeige, der Aufbau und die Koordination von Schulungs-, Betreuungs- und Trainingsleistungen sowie die Entwicklung eines Marketings. Die Arbeiten des Wuppertal Instituts werden unterstützt.
• Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH, Wuppertal
Das Wuppertal Institut begleitet und evaluiert das Projekt. Für alle beteiligten Regionen werden sozioökonomische Aspekte, umweltrelevante Auswirkungen und die Wirtschaftlichkeit der Technologie untersucht. Zudem wird eine Strategie zur Verbreitung der Technologie auf europäischer Ebene entwickelt.
Im November 2005 hat die Europäische Kommission das Projekt genehmigt, am 31. Januar 2006 wurde mit der Unterzeichnung der Verträge das Projekt offiziell gestartet. In einer ersten zweijährigen Projektphase wird mit dem Aufbau der Infrastruktur sowie Entwicklung und der Fertigstellung der Fahrzeuge begonnen. Ab Januar 2008 werden in einem dreijährigen Feldtest rund 150 Fahrzeuge in den beteiligten Regionen zum Einsatz kommen.




