An
zahlreichen aktiven und ehemaligen Kohlestandorten im Ruhrgebiet wird
Grubengas heute als wertvoller Energieträger genutzt. Dies
ist ein sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz, da Methan-Emissionen vermieden
werden. Methan wird 21-fach treibhauswirksamer eingeschätzt als
Kohlendioxid. Durch Verbrennung in dezentralen Blockheizkraftwerken, die je nach Grubengasangebot aus ein bis acht Modulen bestehen, wird Strom und Wärme mit einem Wirkungsgrad bis zu 86% erzeugt. Die zugeführte Brennstoffenergie wird dabei in ca. 42% elektrische und etwa 44% thermische Energie umgewandelt. Gleichzeitig wird die Atmosphäre wirkungsvoll entlastet. Die Steuerung der Strom- und Wärmeproduktion erfolgt vollautomatisch.
Die Mingas-Power GmbH, gegründet im August 2001, ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Steag Aktiengesellschaft, Essen, der auch die unternehmerische Führung obliegt, und der Harpen AG, Dortmund, einem Energieunternehmen im RWE-Konzern. Die Mingas-Power GmbH verwertet das aus den betriebenen Bergwerken in NRW abgesaugte Grubengas zur Strom- und Wärmeerzeugung. Mit einer Anlagendichte von derzeit 40 Modulen auf den Bergwerken West, Walsum, Lohberg/Osterfeld, Prosper-Haniel, Ost und Ibbenbüren stellt das Unternehmen eine elektrische Leistungskapazität von rund 50 MW und eine thermische Leistungskapazität von rund 60 MW bereit. Die größte Anlage steht auf der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop (8 BHKW-Module mit einer elektrischen Anschlussleistung von 10.864 kW). Insgesamt entspricht die jährliche Erzeugung von nahezu 300 Millionen kWh Strom dem Bedarf von rund 90.000 Haushalten. Gleichzeitig werden jährlich bis zu 50 Millionen kWh Abwärme für die öffentliche Fernwärmeversorgung zur Verfügung gestellt.
Das Grubengas aus betriebenen Bergwerken besitzt einen Methangehalt von 25% bis 60%. Es wird aus den Gewinnungsbetrieben in der Vor- bzw. Bruchraumentgasung gewonnen und über Rohrleitungen nach über Tage gesaugt. Hier wird es verdichtet und dem Blockheizkraftwerk zur Verfügung gestellt.
Die Verbrennung erfolgt in einem konventionellen Gas-Motor. Der treibt einen Generator zur Stromerzeugung an. Ein doppelter Nutzen entsteht durch die Verwendung der dabei entstehenden Motor- und Abgaswärme. Das Grubengas ist ein natürliches Methan-Luft-Gemisch und in jeder Steinkohlenlagerstätte vorhanden. Das Grubengas entstand während des Inkohlungsprozesses vor etwa 250 Millionen Jahren aus organischen Substanzen. Die verwertbaren Methan-Konzentrationen liegen zwischen 28% und 60%. Das farb- und geruchslose Gemisch ist nicht giftig, aber bei Methankonzentrationen zwischen 4% und 16% hoch explosiv.
Der Methangehalt der Kohle ist nicht in allen Flözen gleich, grundsätzlich enthalten Gas- und Fettkohlen mehr Methan als Mager-, Ess- und Anthrazitkohlen. Der Methaninhalt in hiesigen Lagerstätten liegt bei bis zu 25 m³/t Kohle, weltweit gibt es Flöze mit bis zu 200 m³/t Kohle. Das natürlicherweise enthaltene Methangas, chemisch CH4, hat gegenüber Kohlendioxid, chemisch CO2, ein 23fach höheres treibhausrelevantes Potenzial. Deshalb ist eine sinnvolle Verwertung besonders wichtig zur Vermeidung des Eintritts von Treibhausgasen in die Atmosphäre (Kyoto-Protokoll) und für den Schutz der Tagesoberfläche.
Durch Substitution der Energieerzeugung aus konventionellen Energieträgern wird auch der CO2-Ausstoß maßgeblich verringert. Eine Grubengasanlage der Leistungsstufe von 1,35 MWel vermeidet ungefähr 52.000 Tonnen CO2-Emissionen jedes Jahr. Das Klimaschutzkonzept des Landes Nordrhein-Westfalen sieht eine kurzfristige Reduzierung der CO2-Emissionen durch Grubengas in Höhe von 3,6 Millionen Tonnen im Jahr vor. Die Mingas-Power GmbH trägt durch ihre Grubengasaktivitäten mit einer Reduzierung um 1,5 Millionen Tonnen äquivalente CO2-Emissionen pro Jahr schon jetzt wesentlich dazu bei.
Ansprechpartner:
Mingas-Power GmbH
Postfach 10 32 62
D-45117 Essen
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D-45128 Essen
Tel.: +49 (0) 2323 - 15 - 3210
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