Die Minegas GmbH, unter der unternehmerischen Führung der STEAG Aktiengesellschaft, zählt zu den führenden Grubengasunternehmen in Nordrhein-Westfalen. Die Minegas GmbH verwertet anstehendes Grubengas auf stillgelegten Bergwerken. Mit einer Anlagendichte von 59 Modulen an verschiedenen Standorten im Jahr 2006 stellt das Unternehmen eine Leistungskapazität von rund 82 MWel bereit. Die jährliche Stromerzeugung von 470 Millionen kWh allein in den Bergbauregionen Nordrhein-Westfalens entspricht dem Bedarf von rund 170.000 Haushalten. In der Emscher-Lippe-Region ziehen sich die Gasfelder entlang der Flüsse Emscher und Lippe etwa durch die Städte Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herten, Gelsenkirchen oder Bottrop.
Das Grubengas aus stillgelegten Bergwerken hat einen Methangehalt bis zu 90%. Es wird über Rohrleitungen aus der Steinkohlenlagerstätte abgesaugt und anschließend verdichtet. Die Verbrennung erfolgt in einem konventionellen Gas-Motor. Der treibt einen Generator zur Stromerzeugung an. Ein doppelter Nutzen entsteht durch die Nutzung der dabei entstehenden Motorwärme. Ein natürliches Methan-Luft-Gemisch ist in jeder Steinkohlenlagerstätte. Das Grubengas ist während des Inkohlungsprozesses vor etwa 300 Millionen Jahren aus organischen Substanzen entstanden. Die verwertbaren Methan-Konzentrationen liegen zwischen 25% - 90%. Das farb- und geruchslose Gemisch ist nicht giftig, aber bei Methankonzentrationen zwischen 4% und 16% hoch explosiv. Nach Erschöpfung der Steinkohlenlagerstätte wird das Bergwerk geschlossen. Doch auch nach der Verfüllung der Schächte wird Gas freigesetzt, das durch Risse und Spalten im Karbongebirge entweicht. Die in das Grubengebäude eingebrachten Rohrleitungen dienen auch weiterhin dem gezielten Abtransport der Gase. Der Methangehalt der Kohle ist nicht in allen Flözen gleich, grundsätzlich enthalten Gas- und Fettkohlen mehr Methan als Mager-, Ess- und Anthrazitkohlen. Der Methangehalt in hiesigen Lagerstätten liegt bei bis zu 25m³/t Kohle, weltweit gibt es Flöze mit bis zu 200m³/t Kohle.
Die energetische Nutzung von ausströmendem Grubengas stellt eine erhebliche Umweltentlastung dar. Das natürlicherweise im Grubengas entstehende Methan, chemisch CH4, hat gegenüber Kohlendioxid, chemisch CO2 ein um 23fach höheres treibhausrelevantes Potenzial. Deshalb ist eine sinnvolle Verwertung besonders wichtig für den Schutz der Tagesoberfläche und zur Vermeidung der Entstehung von Treibhausgasen in der Atmosphäre (Kyoto-Protokoll). Durch Substitution der Energieerzeugung aus konventionellen Energieträgern wird auch der CO2-Ausstoß maßgeblich verringert. Eine Grubengasanlage der Leistungsstufe von 1,35 MWel vermeidet ungefähr 52.000 Tonnen CO2-Emissionen jedes Jahr.
Das Klimaschutzkonzept des Landes Nordrhein-Westfalen sieht eine kurzfristige Reduzierung der CO2-Emissionen durch Grubengas von 3,6 Millionen Tonnen im Jahr vor. Die Minegas GmbH trägt durch ihre Grubengasaktivitäten mit einer Reduzierung von 2,5 Millionen Tonnen äquivalente CO2 - Emissionen pro Jahr schon jetzt wesentlich dazu bei.
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