Im November 2006 hat die Scheuten Solar Technology eine neue Produktionsanlage für Solarmodule im Gelsenkirchener Stadtteil Schalke in Betrieb genommen. Die neue Fertigungsstraße arbeitet vollautomatisch. Sie kann mehr als 2.400 Zellen pro Stunde verarbeiten und wirft in dieser Zeit etwa 40 Module aus. Möglich wird dies durch den Einsatz modernster Technologien. So werden die Silizium-Solarzellen mit den weltweit schnellsten „Stringern“ verschaltet. Und für die Verkapselung von „Strings“ und Solarzellen zu langlebigen, witterungsbeständigen Modulen kommen die größten Laminatoren, die es zurzeit auf der Welt gibt, in Gelsenkirchen-Schalke zum Einsatz. Scheuten wird zudem in Gelsenkirchen die Produktion neuer Dünnschicht-Module im kommenden Jahr aufnehmen. Die dazugehörigen Zellen kommen vom Stammsitz aus dem niederländischen Venlo.
Jahresproduktion und Mitarbeiter
Die Jahresproduktion kann durch den Einsatz modernster Technik in der neuen Produktionsstätte deutlich erhöht werden. 2007 will man 60 Megawatt produzieren. In den kommenden Jahren strebt Scheuten sogar eine Jahresleistung von bis zu 150 Megawatt an, so Scheuten-Chef Leon Giesen. Im gleichen Zeitraum soll die Zahl der Mitarbeiter am Standort von derzeit über 100 auf mehrere hundert wachsen. Allein die Fertigung der Dünnschicht-Module wird bis 2009 rund 100 neue Arbeitsplätze schaffen. Geschäftsführer Giesen geht davon aus, dass Scheuten im Jahr 2010 mehr als 500 Mitarbeiter in der Wafer- und Dünnschicht-Produktion beschäftigen wird.
Wertschöpfungskette
Scheuten Solar hat eine Anzahl Langzeitlieferverträge mit SolarWorld abgeschlossen. Der Gesamtwert dieser Verträge liegt bei über 100 Millionen Euro. SolarWorld wird Scheuten Solar Silicium Wafers und Solarzellen liefern. Diese werden von Scheuten Solar in der Fabrik in Gelsenkirchen zu Modulen weiterverarbeitet. In diesem Zusammenhang hat Scheuten Solar die Leitung über die Solarzellenfabrik in Gelsenkirchen übernommen.
Die Lieferung der Silicium Wafers und die Erlangung des Managements der Zellenfabrik gibt Scheuten Solar die Möglichkeit seine Modulfabrik in Gelsenkirchen vollständig zu besetzen und somit eine optimale Rendite zu erzielen. Durch diese Transaktion bekommt Scheuten Solar zudem die Möglichkeit, in beinahe der gesamten Wertschöpfungskette vertreten zu sein.
Zwei Beispiele für Anwendungen
1. Mont Cenis, Herne: Das französische Architektenteam Jourda et Perraudin (in Zusammenarbeit mit HHS, Kassel) hat ein neues Gebäudekonzept entwickelt, bei dem die Fortbildungsakademie, ein Hotel, Büros und eine Bibliothek von einer Glashülle umschlossen werden. Diese Hülle misst 180m x 72m und hat eine Höhe von 16m. Die Gebäude innerhalb dieser Glashülle sind vor Wind und Regen vollständig geschützt. Innerhalb der Hülle herrscht ein Mikroklima, das mit dem Klima von Nizza vergleichbar ist. Zwischen den Gebäuden ist eine kleine Allee angelegt, die hier und da von Wasserbecken unterbrochen ist. In dieser Atmosphäre können Anwohner und Besucher das ganze Jahr über entspannt spazieren gehen.
Scheuten Solar war Generalunternehmer für die komplette Photovoltaikinstallation sowie für die Bestückung der Glashülle. Die PV-Anlage wurde von FSI ausgelegt, gebaut, installiert und in Betrieb genommen. Die in diesem Objekt eingebauten Module wurden sämtlich hergestellt in der Modulfertigung der Scheuten Solar in Gelsenkirchen. Es kommen Stringwechselrichter der Firma SMA zum Einsatz.
Architekten: Jourda et Perraudin / Hegger Hegger Schleiff
Fläche: 10.000 m²
Installierte Leistung: 1000 kWp
Anzahl der Module: 3184
Einweihung: 1999
2. Hauptbahnhof Berlin: Die ungerahmten PV-Module ersetzen einen Teil der Verbundsicherheitsgläser der transparenten Halle des Berliner Hauptbahnhofs. Sie sind linear über einem stählernen Gitternetz montiert. Da die Konstruktion dem Kurvenverlauf des Gleiskörpers folgen musste, ist jedes der Module in Winkligkeit und Abmessung – zwischen 1,5m² und 2,5m² - ein Unikat. Verschiedene Neigungswinkel der praktisch ideal angepassten Module führen zu einem Verschaltungskonzept mit Stringwechselrichtern. Dadurch wird nicht nur der Ertrag maximiert, sondern auch die Anlagenüberwachung vereinfacht.
Im Herzen Berlins, wo die Stadt am teuersten ist, wurden hier 1.700 m² Photovoltaik kostenneutral gebäudeintegriert und mit nahezu perfekter Einpassung in die Architektur neue Horizonte für die Photovoltaik eröffnet.
Fläche: 1.700 m²
Installierte Leistung: ca. 180 kWp
Anzahl der Module: 780
Einweihung: 2002
Gebäudeart: Überkopfverglasung