- Bewerbung zum Modellprojekt „50 Solarsiedlungen“ des Landes NRW im Juni 1998
- Status „Solarsiedlung in Planung“ durch Auswahlkommission des Landes im April 2001
Kriterien
(nach Planungsleitfaden „50 Solarsiedlungen in NRW“ der EnergieAgentur.NRW):
- Passive Solarbauweise (Unterschreitung der WärmeSchutzVO 95 durch Nutzung von Solarenergie und baulichen Wärmeschutz)
- Wärmeversorgung und Warmwasserbereitung werden zu 60 % durch erneuerbare Energien gedeckt
- Stromversorgung und Stromverbrauch sollen zu einem Drittel des Jahresstrombedarfes durch Solaranlagen gedeckt werden
Beschreibung der Siedlung
- Zentrale Kernfläche als integrierter Bestandteil eines größeren Siedlungsgebietes
- Flächengröße Solarsiedlung 8.800 m²
- Grundstücke 150 m² bis 350 m²
- Bebauungsplan mit solarenergetischer Bewertung (Baufenster, Geschosse, Dachform/-neigung)
- Ortsrandlage, angrenzend Naturschutzgebiet/FFH-Gebiet „Lippeaue“
- Gute Infrastruktur im Nebenzentrum D-Holsterhausen an der Borkener Straße sowie Altstadt Dorsten
- Hervorragende Erreichbarkeit (Rad- und Fußwege; ÖPNV; A 31 und Lippefähre)
Städtebaukonzept
- Entwicklung des Siedlungskörpers nach ökologischen, städtebaulichen und sozialen Gesichtspunkten
- Integrierter Siedlungsbestandteil mit eigenständiger Erschließung
- Klare Gliederung: Ost-West-Baufelder, konsequente Südausrichtung der Dächer
- Öffentliche Erschließung - Sackgasse
- Private Wohnwege
- Ruhender Verkehr außerhalb des Wohnbereiches
- Anbindung an überregionales Rad- und Fußwegenetz
Detailinformationen zum Städtebau
Für die Solarsiedlung Koldenfeld gibt es einen rechtskräftigen Bebauungsplan mit einer örtlichen Bauvorschrift (Gestaltungssatzung). Von Seiten der Stadt Dorsten wurden als wesentliche Anforderungen definiert:
- Entwicklung eines Wohnquartiers mit eigenständigem städtebaulichem Ausdruck und hoher Gestaltungsqualität bei kostengünstiger Bauweise
- Berücksichtigung der Kriterien des Planungsleitfadens der EnergieAgentur.NRW für das Modellprojekt „50 Solarsiedlungen in NRW“.
Das
Konzept basiert prinzipiell auf einer öffentlichen Sticherschließung,
von der Privatwege zu den einzelnen Gebäuden abgehen.
Stellplätze sind einheitlich als flächensparende Sammelanlagen hauszeilenweise vorgesehen. Eine raumbildende "Einhausung" als begrünte CarPorts differenziert die öffentliche Straßenfläche von den halb privaten Räumen der autofreien Wohnwege. Eine generelle Südausrichtung der Reihen- und Doppelhaustypen ist festgesetzt. Die Gebäudeabstände sind durch eine einfache solarenergetische Simulation überprüft worden.
Die Siedlung bietet in Bauabschnitten durch drei Gebäudegrundtypen den Rahmen für unterschiedliche Nutzergruppen und finanzielle Möglichkeiten. Neben Reihen- und Doppelhäusern werden im letzten Bauabschnitt im Jahr 2007 auch mit versetzten Pultdächern und zwei Doppelhäuser in Kubus-Form angeboten. Die letzten der insgesamt 32 Grundstücke „Im Koldenfeld“ werden von zwei Architekturbüros aus Iserlohn und Gelsenkirchen vermarktet.
Der gestalterische Rahmen
- Auf Dachaufbauten soll zugunsten einer einheitlichen Dachgestaltung und zur Vermeidung von Verschattung von Kollektorflächen verzichtet werden
- Es werden einheitliche Elemente in aufeinander abgestimmten Varianten für Hauseingänge, Kellerersatzräume angeboten. Bei Bedarf können diese Elemente auch zur Nachrüstung angeboten werden.
- Das Prinzip der passiven Solarnutzung soll durch großflächige Südverglasung deutlich ablesbar sein.
- Erdgeschoß und Obergeschoß sind durch unterschiedliche Materialien differenziert. Das trägt bei den Reihenhaustypen zu einen horizontalen Gliederung der Hauszeile bei und hilft die Zeile gestalterisch zusammenzufassen.
- Bei der Beratung der Baufamilien soll gemeinsam versucht werden qualitätvolle Lösungen für die Vorgartenbereiche zu entwickeln.
Zusatzüberlegung Mobilitätsangebot
Im Bebauungsplan ist für jede Wohneinheit ein Sammelstellplatz vorgesehen. Es ist aber bei dem gewählten Siedlungsstandort davon auszugehen, dass dies von vielen Baufamilien als Manko gesehen wird. Ein für das Quartier angedachtes CarSharing-Angebot (Siedlungsauto) ist bislang noch nicht umgesetzt worden.
Anzahl und Art der Gebäude
32 Häuser 100 m² bis 140 m²- 3 Gebäudegrundtypen (Reihen-, Doppelhaus u. freistehendes Einfamilienhaus) mit (versetztem und einfachem) Pultdach, Flachdach oder Satteldach
- Mischbauweise = Holz/Stein/Beton bzw. Holzständerwerk/-rahmenbauweise
- Passivhaus (hochwärmegedämmt) Wärmeenergieverbrauch: 15kWh/m2 pro Jahr (Vergleich konventionell: ca. 70 – 100 kWh/m² pro Jahr)
- Abgestimmte Gebäudegestaltungsvarianten: Fassaden heller Putz bzw. Teilfassade Holz mit abgestimmtem Farbkonzept
Energiekonzept
- Energieversorgung wahlweise individuell oder gruppenweise, z. B. mit zentraler Warmwasseraufbereitung, Warmwasserspeicher für Hauszeile mit Nachheizung durch eine Gas-Brennwert-Anlage oder Pelletzentralofen oder Luft-Wasser-Wärmepumpe usw.
- Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und Erdtemperaturtauscher
- Fotovoltaikanlage (ca. 1,5 kWpeak pro Wohneinheit)
- Solarkollektor zur Warmwasseraufbereitung
Baubeginn: Juni 2002 (17 Häuser bewohnt bzw. im Bau)
Projektkoordination:
Dipl.-Ing. Frank Lumpe
Stadt Dorsten, Planungs- und Umweltamt/Umweltabteilung,
Tel.: 0 23 62 / 66 - 35 25
Fax: 0 23 62 / 66 - 5715
E-Mail: frank.lumpe@dorsten.de