Standort
und Gebäudebestand:
In Gelsenkirchen-Erle besitzt die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG NRW) die Anfang der 1950er Jahre gebaute Siedlung Lindenhof. Die ehemalige Bergarbeitersiedlung bestand aus 274 Kleinwohnungen (je 2 oder 3 Räume, durchschnittliche Wohnfläche 44 m²), mit Kohleöfen. Die zwei- und dreigeschossigen Wohngebäude sind um Höfe gruppiert und haben große umliegende Freiflächen, die inzwischen einen dichten Baumbestand aufweisen.
Die Siedlung liegt in ruhiger Wohnlage in unmittelbarer Nachbarschaft des „Nebenzentrums“ Erle mit allen infrastrukturellen Einrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten bis hin zum Kleinkaufhaus. Die fußläufig erreichbaren Straßenbahn- und Bushaltestellen ermöglichen die Verbindung zum Hauptbahnhof in ca. 20 Minuten und zum Stadtzentrum Gelsenkirchen-Buer in ca. 10 Minuten.
Modernisierungsplanung
Die LEG führte eine umfassende Sanierung der Siedlung durch. Neben energetischen Maßnahmen wurde eine weitreichende Modernisierung der Gebäude vorgenommen. Durch Zusammenlegung von 100 Wohnungen sind 50 größere Wohnungen (75 – 80 m²) entstanden. Grundrissänderungen sowie der Anbau von Balkonen und Terrassen haben die Wohnqualität verbessert. Die Identifikation mit den Freiflächen der Siedlung wurde durch die Umwandlung in Mietergärten gefördert.
Energetisches Konzept
Die Gebäudefassaden sind mit einem 16 cm starken Wärmedämmverbundsystemen versehen worden und die Kellerdecken und Dächer wurden gedämmt. Außerdem wurden neue Fenster und Türen eingebaut. Durch diese Maßnahmen sowie durch die Installation einer kontrollierten Wohnungslüftung ist eine Reduzierung des Heizenergiebedarfs von rund 300 auf unter 65 kWh/m²a erreicht worden.
Die
Wärmeversorgung erfolgt jetzt über fünf Nahwärmezentralen
mit Gasbrennwerttechnik. Diese Nahwärmezentralen werden durch solarthermische
Kollektoranlagen mit einer Fläche von insgesamt 600 m² unterstützt.
Der solare Deckungsgrad beträgt 60 % des Warmwasserbedarfs bzw. 30
% des gesamten Heizenergiebedarfs (Heizung + WW). Die Heizkosten sind
von monatlich 0,80 – 0,90 €/m² auf 0,30 – 0,40 €/m²
gesunken.
Der Kohlendioxidausstoß hat sich von rund 10 Tonnen um über 80 % auf durchschnittlich etwa 1,8 Tonnen pro Wohnung im Jahr vermindert
Zeitplan:
- 16.05.2000 Vergabe des Status „Solarsiedlung in Planung“
- Januar 2002 Beginn der Sanierungsarbeiten
- Mai 2003 Fertigstellung
Projektbeteiligte:
- Wohnungsbaugesellschaft: Landesentwicklungsgesellschaft (LEG NRW), Düsseldorf
- Generalunternehmer: Bihler & Oberneder, München
- Architektur, Tragwerksplanung, Bauphysik, Bauleitung und Farbkonzept: ARCHPLAN, Münster
- Energiekonzept und Hausplanung: KaTplan, Münster (ab 06/02)
- Wohnumfeldplanung und Regenwassermanagement: Davids, Terfrüchte & Partner, Essen
