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Solarzellenfabrik Gelsenkirchen

Eine der größten Solarfabriken der Welt nahm am 16. November 1999 in Gelsenkirchen ihren Betrieb auf. Bauherr dieser weltweit modernsten Solarzellenfabrik im Ortsteil Rotthausen waren die Deutsche Shell AG, Hamburg, sowie die Shell Solar Deutschland GmbH, Gelsenkirchen. Shell hat in das Werk insgesamt knapp 26 Millionen Euro investiert. Die Bundesrepublik Deutschland und das Land Nordrhein-Westfalen haben das Projekt finanziell unterstützt. Im Juli 2006 übernahm die SolarWorld AG die solaren Siliziumaktivitäten der Shell-Gruppe und damit auch die Produktionsstätte in Gelsenkirchen. Seit September 2006 hat Scheuten Solar das Management der Solarzellenfabrik übernommen. Beide Unternehmen haben langfristige Liefervereinbarungen geschlossen. Der SolarWorld-Konzern wird Scheuten Solar mit Solarsiliziumwafern und Solarzellen zur Weiterverarbeitung am Standort Gelsenkirchen versorgen. Die Produkte aus der Fabrik vertreibt Scheuten Solar unter eigenem Namen.

Die Fabrik verfügte bereits in der ersten Ausbaustufe über eine vollautomatische Produktionslinie, die jährlich etwa fünf Millionen Solarzellen mit einer Leistung von insgesamt zehn Megawatt (MW) erzeugen kann. Das entspricht dem Strombedarf von etwa 3.000 Haushalten pro Jahr. Diese Leistung reicht auch, um beispielsweise jährlich 200.000 "Solar-Home-Systems" herzustellen. Diese decken als autonome Insellösungen den Grundbedarf an Strom von Haushalten in abgelegenen Gebieten in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Zweite Produktionslinie aufgebaut

Inzwischen ist eine zweite Produktionslinie installiert worden. Insgesamt kann die Gelsenkirchener Solarfabrik bei Vollauslastung jedes Jahr rund 13 Millionen multikristalline Zellen mit einer Leistung von 25 Megawatt produzieren. Diese reichen aus, um etwa 7.000 Vier-Personen-Haushalte vollständig mit Strom zu versorgen. Shell Solar hatte sich für den stufenweisen Ausbau der Kapazitäten entschieden, um weitere Fortschritte in der Fertigungstechnologie nutzen zu können sowie weitere Absatzmärkte für Solarzellen zu erschließen.

Aus Sicherheitsgründen ist eine Besichtigung der Produktionshalle leider nicht möglich. Deshalb wurde ein Informations-Zentrum, kurz SolarExpo (ehemals PiZ) eingerichtet. Dieses Informationszentrum wurde vom Land Nordrhein-Westfalen und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mit finanziert und kann im Wissenschaftspark Gelsenkirchen besichtigt werden.

 

Arbeitsplätze in Gelsenkirchen

In der Gelsenkirchener Fabrik sind zum Produktionsstart etwa 80 Arbeitsplätze neu entstanden. Rund zwei Drittel davon entfielen auf die Fertigung. In der Endausbaustufe wurden in beiden Produktionslinien je 15 Menschen beschäftigt sein. Das Werk in Gelsenkirchen schuf insgesamt mehrere hundert neue Arbeitsplätze, viele davon in vor- und nachgelagerten Produktionsstufen.

Sechs Unternehmen des Baugewerbes, fünf davon aus dem Ruhrgebiet, waren seit Sommer 1998 damit beschäftigt, die Pläne des Hamburger Architekturbüros Hohaus umzusetzen. In Gelsenkirchen ist eine Fertigungsstätte entstanden, deren Design auf dem Gebiet industrieller Anlagen Maßstäbe setzt. Die Solarzellenfabrik besteht aus einer sechsgliedrigen Halle mit Schrägdächern, in der auf zwei Etagen produziert wird, sowie einem ellipsenförmigen, mehrstöckigen Verwaltungsgebäude. Das insgesamt knapp 83 Meter lange, 47 Meter breite und 12 Meter hohe Gebäude ist größtenteils mit Solarzellen bestückt, die pro Jahr insgesamt rund 100.000 Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen.