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15. Februar 2006 Medieninformation der WiN Emscher-Lippe GmbH HyChain-Minitrans nimmt Fahrt auf Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft informierten sich heute über das Projekt HyChain-Minitrans. Anlass war dessen Präsentation auf dem dritten Internationalen Deutschen Wasserstoff Energiekongress „H2Congress“ in der Messe Essen. Besser hätte der Rahmen für eines der Leitprojekte der Europäischen Kommission nicht gewählt sein können, denn auch im weltweiten Maßstab sind der Einsatz von rund 160 innovativen Kleinfahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb sowie der Aufbau einer entsprechenden Wasserstoff-Versorgungsinfrastruktur in vier europäischen Modellregionen einmalig. Aufbauend auf Prototypen werden im Rahmen des HyChain-Projektes 34 Rollstühle, 40 Lastenfahrräder, 30 Motorroller, 44 Kleintransporter für den kommunalen Einsatz sowie 10 Shuttlebusse als Vorserienmodelle gebaut und für die Markteinführung drei Jahre lang getestet und erprobt. Bevor die Fahrzeuge rollen, werden zunächst in einer ersten zweijährigen Projektphase mit Hochdruck der Bau der Fahrzeuge und die Entwicklung der Infrastruktur vorangetrieben. In der Emscher-Lippe-Region werden folgende Vorhaben realisiert. In der Stadt Herten wird auf dem ehemaligen Zechengelände Ewald ein Servicecenter „HyServ“ eingerichtet. Das Servicecenter ist die zentrale Anlaufstelle für Fahrzeuge und Anwender, bietet Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen und ist Sitz der Projektsteuerung. Die Masterflex AG Brennstoffzellentechnik mit Sitz im Zukunftszentrum Herten entwickelt mit der Hawk Bikes E&M GmbH ein Lastenfahrrad, ein sog. Cargobike. Insgesamt kommen 40 dreirädige Cargobikes zum Einsatz, die mit einer 250 Watt Masterflex-Brennstoffzelle und einem innovativen Antriebskonzept ausgestattet eine Reichweite von etwa 250 km realisiert. Im Chemiepark Marl hat die Air Liquide Deutschland GmbH eine weltweit einzigartige 700-bar-Wasserstoff-Abfüllanlage errichtet, die gemeinsam mit dem parallel in der Entwicklung befindlichen Speicherbehälter zukünftig eine zentrale Stellung innerhalb des Projektes einnehmen wird. Sobald die Testläufe und die Zertifizierung der Hochdruckzylinder abgeschlossen sind, wird sie voraussichtlich Ende des Jahres in Betrieb gehen. Mit dem angeschlossenen Aufbau einer Logistikzentrale „HyLog“ werden von hier alle vier beteiligten Regionen mit den für die Anwendungen notwendigen Hochdruckkartuschen versorgt. Zudem ist am Standort der Aufbau und Betrieb eines Labors und die Schulung im Umgang mit Wasserstoff vorgesehen. In Innovationszentrum Wiesenbusch Gladbeck rüstet die Hydrogenics GmbH 10 Elektrobusse mit einem 10 kW- Brennstoffzellenantrieb aus. Der Midibus bietet Raum für etwa 30 Personen und hat eine Reichweite von ca. 200 km. Anvisiert wird ein erster Einsatz von Bussen als Shuttle bereits während der Fußball-WM 2006 an den NRW-Spielorten. Stimmen zum Projekt Dr. Heinz Baues, leitender Ministerialrat im Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes NRW, hob am HyChain-Messestand die enorme Bedeutung des Projektes für den Wirtschaftstandort Nordrhein-Westfalen hervor. NRW hat bundesweit einen Spitzenplatz im Bereich der Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie inne. Mit der Entscheidung der EU-Kommission für das HyChain-Projekt hat NRW und hier insbesondere die Emscher-Lippe-Region die Chance, seine Spitzenposition nicht nur zu behaupten, sondern auch auszubauen. Das HyChain-Projekt bietet der Emscher-Lippe-Region eine hervorragende Möglichkeit, einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunftssicherung zu gehen. Für Philippe Paulmier (Air Liquide, Frankreich), Juan de Blas Pombo (Besel, Spanien) und Dr. Andreas Ziolek vom Kompetenznetzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff NRW, wesentliche Motoren für das Zustandekommen des internationalen Kooperationsprojektes, stellt das Projekt einen Meilenstein zur Etablierung von Wasserstoff als alternativen Kraftstoff und zur erfolgreichen Markteinführung der Brennstoffzellentechnologie dar. Eine Technologie, die die Lieferung sauberer und leiser Energie ermöglicht und ein hervorragendes Potenzial zur Reduzierung der durch den Verkehr hervorgerufenen Treibhausgasemissionen besitzt. All das sind Investitionen in die Zukunft, auf die die Bürgermeister der beteiligten Städte, Uta Heinrich (Marl) und Dr. Ulrich Paetzel (Herten) sowie der stellvertretende Landrat des Kreises Recklinghausen Hans Peter Lassak, zu Recht stolz sind. Insgesamt umfasst das Projekt eine Investitionssumme von rund 38 Millionen Euro, 17 Millionen steuert die EU bei. Alle sind sich sicher, dass das Projekt eine internationale Signalwirkung für weitere Investitionen und Ansiedlungen ausübt, und damit auch zukunftsträchtige Arbeitsplätze in der Region schafft. Dr. Ingo Westen, Aufsichtsratsvorsitzender der WiN Emscher-Lippe, ist über den enormen Wirtschaftsanschub hinaus erfreut über die weitere Stärkung des Kompetenzfeldes Zukunftsenergien, das sich zu einem der zentralen Wachstumsfelder der Region entwickelt hat. Hier sieht Westen auch für die Zukunft einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil für die Region. Nur durch den Blick nach vorn, so Westen, könne die Emscher-Lippe-Region im nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen. Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung: Beate Mehls und Michael Thull |
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